Rendsburg: HipHop-Jugendliche drehen Film

Rendsburg – Mit Unterstützung von Profis für Ton und Bild entsteht in Rendsburger Hinterhöfen oder Industriebrachen ein „HipHop-Diary“. Nach der erfolgreichen Premiere des ersten HipHopicals im vergangenen Herbst auf der Bühne des Landestheaters stehen die mehr als 50 Jugendlichen jetzt vor der Kamera.

Im Film geht es um zwei Jugendgangs. Vor der Kamera wird getanzt und gereimt. Die Geschichte steht fest, an den Details wird noch gefeilt. „Was im Film genau passiert, ist noch relativ offen“, sagt Andrea Wieczorek, die das Projekt zusammen mit Stephan Mohr vom Streetwork-Projekt der Brücke Rendsburg-Eckernförde koordiniert. „Wichtig ist, dass die Jugendlichen sich und ihre Ideen untereinander respektieren.“ Stephan Mohr ergänzt: „Toleranz und soziales Engagement stehen im Mittelpunkt.“

Die Jugendlichen entwickeln, wie zuvor bereits für das Bühnenstück, die Texte und die Choreografie. Auch die Film-Sets bestimmten sie selbst. „Bei der Suche nach den Drehorten haben die Kids die B-Seiten Rendsburgs abgeklappert“, sagt Andrea Wieczorek. Gedreht wird jetzt unter anderem in Hinterhöfen und auf Industriebrachen.

Aber auch auf der Rendsburger Polizeiwache. „Wir haben auf allen Seiten ein großes Entgegenkommen erlebt“, freut sich Sozialarbeiter Stephan Mohr. Überall sei das Team mit der Projektidee auf offene Türen gestoßen. Rendsburgs Bürgermeister Breitner habe bereits einen Gastauftritt zugesagt. Jetzt suchen die Organisatoren noch eine gut ausgestattete Wohnung, um eine Szene in den „besseren Kreisen“ zu drehen.
Das vorläufige Drehbuch umfasst etwa 60 Seiten. Jetzt ist Disziplin gefragt. Wenn die Klappe, die die Jugendlichen „Fresse“ nennen, fällt, sprechen und tanzen nur noch die Darsteller vor der Kamera.

Zu ihnen gehört auch Monique Kraft. „Ich habe das Plakat zum Filmprojekt gelesen und dort stand mein Stichwort: HipHop“, freut sich die 16-Jährige. Vor der Kamera zu stehen und danach seine Stimme zu hören sei „komisch, aber toll.“

Auch die 14-jährige Edona Imeri stand bereits beim HipHopical auf der Bühne. Doch diesmal gibt es keinen Applaus. „Ohne Zuschauer ist das ganz anders. Man ist nicht so aufgeregt“, sagt sie.

Gedreht wird noch bis Oktober. Dann wird der Film im Studio geschnitten. Die Premiere für den etwa 90-minütigen Streifen ist für den 11. November angesetzt. Dann erwarten die Organisatoren in der Rendsburger Schauburg ein voll besetztes Haus.

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